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Getting Ready: Warum dieser stille Anfang für mich der schönste Einstieg in eure Hochzeitsgeschichte ist

  • Michael Christen
  • vor 17 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Ich habe diesen Beitrag schon einmal geschrieben – sachlich, mit Checklisten, mit Tipps zum Zeitplan. Ganz nützlich, aber irgendwie auch ziemlich seelenlos für einen Moment, der für mich eigentlich einer der schönsten am ganzen Hochzeitstag ist. Also probiere ich es nochmal, diesmal so, wie ich wirklich darüber denke.


Fünf Frauen stossen in eleganten Kleidern mit Wein an. Hintergrund zeigt ein Blumenbild und ein Sofa. Fröhliche Stimmung.

Der Moment, bevor der Tag laut wird

Bevor die Gäste eintreffen, bevor die Musik läuft, bevor jemand "Ja, ich will" sagt – gibt es diesen einen Abschnitt, der komplett euch gehört. Das Getting Ready. Ihr seid noch getrennt, jede:r für sich, umgeben von den Menschen, die euch am nächsten stehen. Es riecht nach Parfum und Haarspray, irgendwo läuft leise Musik, jemand giesst Prosecco ein, der niemand richtig trinkt, weil alle zu aufgeregt sind.


Für mich ist das der perfekte Anfang einer Hochzeitsreportage. Nicht weil es besonders spektakulär aussieht – im Gegenteil, es ist meistens ziemlich unspektakulär. Sondern weil es ehrlich ist. Hier performt niemand für ein Publikum. Es gibt noch keine Gäste, keine Reden, keinen Applaus. Nur euch, eure Liebsten, und diese eigenartige Mischung aus Nervosität und Vorfreude, die sich langsam aufbaut.


Warum ich finde, dass man diese Zeit nicht unterschätzen sollte

Viele Paare denken beim Planen zuerst an die grossen Programmpunkte – Trauung, Apéro, Party. Das Getting Ready wird oft als reine Vorbereitung abgehakt, als etwas, das halt passieren muss, bevor der "eigentliche" Tag losgeht. Ich sehe das anders.


Das Getting Ready ist der Moment, in dem die Aufregung noch ganz bei euch bleibt, bevor sie mit hundert anderen Menschen geteilt wird. Es ist der Moment, in dem eure beste Freundin euch beim Reissverschluss hilft und dabei kurz die Fassung verliert. In dem euer bester Kumpel euch beim Krawattenbinden noch schnell einen dummen Spruch macht, weil ihm sonst die Worte fehlen würden für das, was er eigentlich sagen will. Kleine, unscheinbare Szenen – und genau die sind es, die man Jahre später anschaut und sofort wieder spürt, wie sich dieser Morgen angefühlt hat.


Was an diesem Morgen wirklich zählt

Der Ablauf ist bei jedem Paar ein bisschen anders, aber ein paar Dinge wiederholen sich fast immer. Es wird früh aufgestanden, meistens vier bis sechs Stunden vor der Trauung, damit niemand hetzen muss. Friseurin und Visagistin kommen meistens direkt zu euch, während im Hintergrund das Kleid oder der Anzug schon bereithängt, zusammen mit Schuhen, Schmuck und all den kleinen Dingen, die an diesem Tag eine grössere Bedeutung bekommen als sonst.


Was den Unterschied macht zwischen einem gehetzten und einem schönen Getting Ready, ist selten die Perfektion der Planung. Es ist eher die Frage, ob ihr euch erlaubt, diese Zeit auch wirklich zu geniessen. Ein realistischer Zeitplan mit ein bisschen Puffer, ein ruhiger, gut beleuchteter Raum, ein paar Snacks und Getränke, eine Playlist, die euch gut tut – mehr braucht es eigentlich nicht. Und ab und zu ein bewusster Moment für euch selbst: ein kurzer Spaziergang im Garten, drei Minuten mit einem Lieblingslied, bevor der Trubel wieder losgeht.


Ich habe schon Paare erlebt, die bewusst die Handys weggelegt haben für diese Zeit. Stattdessen wurde gelacht, sich gegenseitig geholfen, Fotos gemacht, die niemand geplant hatte. Genau das sind die Getting Readys, die am Ende die schönsten Bilder hergeben – nicht die perfekt durchgestylten.


Ich habe für euch ein paar Inspos zusammengetragen:


Wann ich dazukomme

Ich begleite nicht jedes Getting Ready von der ersten Minute an, und das muss auch gar nicht sein. Meistens komme ich in den letzten anderthalb bis zwei Stunden dazu. Genau in dieser Phase wird es spannend: Das Styling ist fast fertig, die Nervosität steigt spürbar, und es passieren die Momente, die man nicht planen kann. Gleichzeitig bleibt genug Zeit, um alles in Ruhe festzuhalten, ohne dass ich euch das Gefühl gebe, dass die Uhr tickt.


Für mich ist das der ideale Einstieg in eure Reportage. Der Tag beginnt ruhig, nah, ohne Hektik – und genau daraus entsteht ein roter Faden, der sich durch die ganze restliche Geschichte zieht.


Mann in grünem Anzug bindet braune Lederschuhe auf dunklem Boden. Sicht von oben, Fokus auf Schuhe und Hände, entspannte Stimmung.

Die kleinen Dinge, die grösser werden

Ein Teil, den ich besonders gern mag, sind die sogenannten Flatlays – liebevoll arrangierte Detailaufnahmen eurer persönlichen Hochzeitsaccessoires. Die Einladungskarten, die Ringe, das Parfum, die Manschettenknöpfe, vielleicht ein Schmuckstück von der Grossmutter. Dinge, die für sich genommen klein sind, aber zusammen eine Geschichte erzählen, bevor überhaupt ein Gesicht im Bild ist.


Ich stelle diese Details meist direkt während dem Getting Ready zusammen und fotografiere sie in Ruhe. Es sind oft die stillsten Bilder der ganzen Reportage – und gleichzeitig die, die den Ton für alles setzen, was danach kommt.


  • Getting-Ready-Detail: der Stoff des Brautkleids auf der Haut, in Ruhe fotografiert
  • Getting-Ready-Moment: der vertraute Duft des Parfums als stilles Detail festgehalten
  • Ehrliches Lächeln der besten Freundin beim Getting Ready
  • Stille Momentaufnahme aus der Hochzeitsvorbereitung beim Getting Ready

Meine eigene Erinnerung daran

Ich habe das Getting Ready nicht nur unzählige Male begleitet, sondern an unserer eigenen Hochzeit auch selbst erlebt. Unsere Gäste kamen erst am frühen Nachmittag, also hatten Lea und ich viel Zeit, uns bereit zu machen. Ehrlich gesagt hat bei mir die Vorbereitung nicht besonders lange gedauert – meine Haarpracht war auch schon mal ergiebiger. Also war es vor allem Lea, die sich mit Hair & Make-up Zeit nahm, während ich mit unseren Trauzeugen den Pingpong-Tisch einweihte und versuchte, meine Nervosität irgendwie zu verstecken.


Es war eine total entspannte Stimmung, bis sich der Morgen langsam Richtung Mittag bewegte. Dann kroch die Nervosität doch spürbar näher. Rückblickend war genau das der Moment, an dem ich gemerkt habe, wie sehr dieser stille Anfang den ganzen restlichen Tag geprägt hat. Ohne dieses ruhige Getting Ready wäre der First Look später, glaube ich, nicht annähernd so intensiv gewesen.


Fazit

Das Getting Ready ist für mich weit mehr als der organisatorische Auftakt zu eurer Hochzeit. Es ist der erste Kapitel eurer Geschichte an diesem Tag – leise, echt, und voller kleiner Momente, die man später vermissen würde, hätte man sie nicht festgehalten. Nehmt euch die Zeit dafür. Sie zahlt sich aus, an diesem Tag und noch lange danach.


Wenn ihr überlegt, wie ihr euren Hochzeitsmorgen gestalten wollt, oder wissen möchtet, wie ich das Getting Ready in eure Reportage einbaue: Meldet euch über das Kontaktformular auf meiner Website. Ich freue mich, mit euch darüber zu sprechen.



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